Die Unsicherheit auf dem nordamerikanischen Möbelmarkt unter Trumps Zollpolitik ist die zentrale Herausforderung, die derzeit unzählige Branchenexperten beunruhigt. Diese Unsicherheit spiegelt sich am deutlichsten in der Achterbahnfahrt der politischen Kurswechsel wider. Seit Oktober 2025 erheben die USA einen Zoll von 25 % auf importierte Polstermöbel, Schränke und ähnliche Produkte, der sich als neue Marktgrundlage etabliert hatte. Der Plan, die Zölle auf Polstermöbel ab dem 1. Januar 2026 auf 30 % und auf Schränke und Waschtische auf 50 % zu erhöhen, wurde jedoch in letzter Minute abrupt gestoppt und auf 2027 verschoben. Obwohl dies scheinbar einen drastischen Kostenanstieg abwendete, hat die plötzliche Änderung der Politik die Marktängste verstärkt. Darüber hinaus blieb der 25-prozentige Zoll nach Abschnitt 232 auf Möbel im Februar 2026, obwohl der Oberste Gerichtshof einige Gegenzölle für ungültig erklärte, bestehen und zerstörte damit die neu entfachten Hoffnungen des Marktes.
Diese Unberechenbarkeit traf den gesamten Markt schwer, wobei der Einzelhandel die Hauptlast trug. Kleine Unternehmen, denen es an Skaleneffekten und leistungsstarken Einkaufsteams mangelte, konnten ihre Lieferketten nicht so schnell anpassen oder Kosten wie größere Konzerne auffangen. Der Geschäftsbetrieb geriet zum Albtraum. Als American Signature Furniture, ein Unternehmen mit fast 80-jähriger Geschichte, Ende 2025 Insolvenz anmeldete, wurde in den Gerichtsakten ausdrücklich festgehalten, dass die neuen Zollbestimmungen die Liquiditätskrise des Unternehmens weiter verschärft und beschleunigt hatten. Im vergangenen Jahr folgten mindestens zehn weitere Möbelunternehmen diesem Beispiel. Kleine, kaum überlebende Zulieferer wie East Coast Innovators waren gezwungen, die Preise um 15 bis 18 Prozent zu erhöhen, um die Zollkosten auszugleichen, was direkt zu einem drastischen Einbruch der Nachfrage im Weihnachtsgeschäft führte.
Diese aufgelaufenen Kosten wurden letztendlich an die Verbraucher weitergegeben und verstärkten den Inflationsdruck. Bis Januar 2026 stiegen die Preise für Möbel und Matratzen in den USA im Jahresvergleich um 4 %, die Preise für Geschirr um 5 %. Bereits im August 2025 schnellten die Preise für Wohn- und Esszimmermöbel im Jahresvergleich um 9,5 % in die Höhe. Diese starken Preisschwankungen dämpften die Renovierungsbereitschaft der Verbraucher erheblich. Innenarchitekten befürchten, dass Kunden angesichts von Schlagzeilen über um 50 % gestiegene Küchen- und Esszimmermöbelpreise ihre Renovierungspläne ganz aufgeben könnten. Gleichzeitig waren Importeure gezwungen, ihr Produktangebot zu reduzieren und sich ausschließlich auf margenstarke Kernprodukte zu konzentrieren, um Risiken zu minimieren. Dies hat die Marktvielfalt drastisch verringert. Auch inländische Hersteller in den USA bleiben nicht verschont, da auch sie auf importierte Rohstoffe, Beschläge und Oberflächenbehandlungen angewiesen sind. Zölle haben die Kosten entlang der gesamten Lieferkette in die Höhe getrieben.
Inmitten dieser Turbulenzen hat sich die Marktlandschaft drastisch polarisiert. Kleine Unternehmen kämpfen mit Liquiditätsengpässen und können Kosten nicht auffangen oder ihre Beschaffungsstrategien schnell anpassen. Sie stehen vor der Wahl zwischen erzwungenen Preiserhöhungen, die Kunden vergraulen, und der Insolvenz. Große Unternehmen hingegen, die über solides Kapital, Skaleneffekte und leistungsstarke globale Beschaffungsteams verfügen, nutzten die Chance, ihre Marktpräsenz auszubauen. Wayfair beispielsweise steigerte seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2025 um 5,1 % auf 12,5 Milliarden US-Dollar, während RH und Williams-Sonoma trotz des Branchenabschwungs Umsatzsteigerungen von fast 10 % bzw. rund 4 % verzeichneten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass unter dem Einfluss von Trumps Zollpolitik die Unsicherheit zur einzigen Gewissheit auf dem nordamerikanischen Möbelmarkt geworden ist. Die zukünftige Entwicklung wird maßgeblich von den Urteilen des Obersten Gerichtshofs, möglichen neuen Zollmaßnahmen der Trump-Regierung sowie Veränderungen der Inflations- und Zinslage in den USA abhängen. Für alle Branchenakteure dürfte es in diesem turbulenten Umfeld entscheidender sein, flexibel und anpassungsfähig zu bleiben, als jede kurzfristige, präzise Prognose.
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